Maikäfer, flieg!
Dein Vater ist im Krieg,
deine Mutter ist in Pommerland,
Pommerland ist abgebrannt,
Maikäfer, flieg!
das gedudel der kirmesmusik bereitete ihr kopfschmerzen. dazwischen gemischt das glucksen, kichern, johlen und schreien der fahrgäste auf den attraktionen. im übergang zwischen taglicht und nacht, dieser abendlichen dämmerstunde wirkten die wolken am himmel bedrohlich, fast wie rauchschwaden nach einem brand. in immer kreisenden bewegungen die an ketten hängenden sitze. weit ausladende bewegungen. maikäfer, flieg. irgendwo da draußen ist krieg. deine eltern sind im schlemmerland. dein nimmerland ist abgebrannt. maikäfer, flieg. schwarze schatten fliegen durch die luft. wie fledermäuse sausen sie vorbei. gehalten von ketten, gefangene des himmels. in die monotonie der geräuschkulisse mischt sich das ständig wiederkehrende des karussells. maikäfer, flieg. immer schneller, immer höher, immer weiter. losbudenbesitzer schreien sich die seele aus dem leib. die nieten bleiben in der überzahl. maikäfer, flieg. zuckerwatte kauende leggings in schrillbunten mustern neben nierenfreien arschgeweihen buhlen um die gunst der stunde. ich hab dich lieb-lebkuchenherzen tragende einsamkeiten naschen gebrannte mandeln zu höchstpreisen. rauf und runter, hin und her, aber vor allem im kreis. maikäfer, flieg.