ganz leise strich der wind durchs gras, auf dem see kräuselte die oberfläche vorsichtig die spiegelung von wolken und himmel. im licht der sonne leuchtete das gras goldgelb. entfernt rauschte wasser. stumme schritte unter denen sich die biegsamen stängel federweich bogen. eine unendlichkeit lang verweilte der schweißtropfen an der nasenspitze, bevor er mehrere sekunden benötigend zu boden fiel. es war schwer, ziemlich schwer. aber dies hier sollte der ort sein, an dem er für immer ihre liebe besiegeln wollte. sie war schweigsam wie immer, ließ sich geduldig auf seinen armen tragen. seine augen brannten von heuschnupfen, die pollen der zahlreichen rispen spielten ein verrücktes konzert auf seinen nasenschleimhäuten. erneut eine schweißperle, die wie in zeitlupe auf die glänzenden halme fiel. endlich waren sie da, ganz langsam ließ er sie ins gras gleiten, musste aufgrund seiner allergie schneuzen. sie schmiegte sich reglos auf die wiese. wie oft hatte er von diesem moment geträumt, ihn sich ausgemalt, erschaffen und wieder verworfen. jetzt war er wirklichkeit geworden. friedlich funkelten seine augen über den schimmer der orangen stimmung. zweimal atmete er noch tief ein, ließ den flimmer der tief stehenden sonne seine augen sanft, federartig liebkosen. er spürte das rauschen in seinem kopf, sank schwach zu boden, atmete schwer und legte im letzten aufbäumen seinen kopf auf ihre brust, nahm ihre knochige, rissige, alte hand in die seine und dachte an früher, als sie noch laufen konnte, sich noch erinnerte an ihn. da war er noch ihr sohn, jetzt aber ein fremder. nur im tod waren sie wieder vereint. über allem lag ein zartes, weiches licht. und die gräser leuchteten gelb. direkt am see.